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Zika-Virus

Übertragung und Inkubationszeit

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken (Aedes aegypti / albopictus und andere species) übertragen. In Einzelfällen wurde von einer sexuellen Übertragung durch Geschlechtsverkehr berichtet (2009 und Anfang Februar 2016 in den USA). Ob überhaupt oder wie lange eine Infektiosität besteht ist nicht sicher bekannt. Die virale RNA ist im Serum infizierter Personen 1-3 Tage und in Speichel- und Urinproben 3-5 Tage nach Auftreten der ersten Symptome nachweisbar. Die Inkubationszeit des Zika-Virus beträgt 2-12 Tage (meist 2-7 Tage).

Das Virus kommt endemisch in Afrika und Südostasien vor. Seit 2015 kommt es außerdem gehäuft in Lateinamerika zu Zika-Virus Infektionen, wo es mit der Entstehung von Mikrozephalie bei Kindern in Verbindung gebracht wird. In Deutschland spielt es bis so gut wie keine Rolle, wenn als eingeschleppte Tropenkrankheit.

Impfung und Schutz

Es existiert bislang keine Impfung gegen das Zika-Virus. Eine Schutzimpfung gegen das Zika-Virus ist nach Einschätzung führender Wissenschaftler erst in einigen Jahren zu erwarten.
Deshalb ist der Schutz vor Stechmücken die wichtigste präventive Maßnahme zur Verhinderung  einer Zika-Virus Infektion. Neben der Anwendung von Insektenschutzmitteln (Auch ätherische Öle aus Lavendel, Teebaum oder Citrus helfen) auf der Haut und dem imprägnieren der Kleidung mit Insektenschutzmitteln (Permethrin), ist das Tragen langer Kleidung, die den Körper vollständig bedeckt, sinnvoll. Dabei hat sich das Tragen möglichst heller Kleidung und in Extremsituationen das Verschließen von Ärmeln und Hosenbeinen bewährt.
Wegen der möglichen sexuellen Übertragung des Zika-Virus sollten die allgemeinen Schutzmaßnahmen vor sexuell übertragbaren Krankheiten, insbesondere der Gebrauch von Kondomen, beachtet werden.

Zika-Virus

Das Zika-Virus ist ein Flavivirus der Familie der Flaviviridae, das v.a. durch Stechmücken übertragen wird.  Es handelt sich um ein +RNA-Virus, das für 3 Strukturproteine und 7 weitere Proteine kodiert. Es wurde erstmals 1947 in einem Rhesusaffen in einer Forschungsstation im Zika Forest in Entebbe, Uganda isoliert.
Im Jahr 2007 kam es zu einer Zika-Endemie auf der Pazifikinsel Yap in Mikronesien bei der durch Mückenstiche (Aedes hensilli) ca. 73 % der Bevölkerung mit dem Zika-Virus infiziert wurden. Dabei kam es weder zu Todesfällen noch zu hämorrhagischem Fieber. Im Jahr 2013 kam es zu einem endemischen Ausbruch von Zika-Infektionen in Französisch-Polynesien bei dem 10 % der Bevölkerung (ca. 30.000 Infizierte) infiziert wurden.

Diagnose

•    Blut: Thrombozyten↓, PCR, immunologisch (1-5 Tage nach ersten Symptomen)
•    Urin: PCR, immunologisch (3-14 Tage nach ersten Symptomen)

Therapie

•    symptomatisch

Eine ursächliche Therapie existiert nicht!

Symptome

Eine Zika-Virus-Infektion verläuft in 80 % der Fälle asymptomatisch. Die Symptome der Infektion durch Zika-Viren ähneln den Symptomen des Dengue- oder Chikungunya-Fiebers. Meist kommt es zu milden Symptomen (“Zikafieber“):

•    subfebrile Körpertemperatur (<38°C)
•    makulopapulöses Exanthem (knotig-fleckiger Hautausschlag)
•    Arthralgie (Gelenkschmerzen)
•    Konjunktivitis (gerötete Augen durch eine Bindehautentzündung)

Schwere Krankheitsverläufe mit hämorrhagischem Fieber sind sehr selten. Allerdings fühlen sich manche Patienten sehr krank. Bei Ihnen kommt es zusätzlich zu:

•    Abgeschlagenheit
•    Kopf- und Muskelschmerzen
•    eventl. Schwindel, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall

Die Symptome klingen i.d.R. nach wenigen Tagen und spätestens nach einer Woche ab.

Komplikationen

•    Guillain-Barré-Syndrom – 20 fach höhere Inzidenz bei Ausbruch 2013 in Französisch-Polynesien
•    Mikrozephalie des Fötus – Starker Verdacht durch Infektionen von Schwangeren im 1.Trimenon

Guillain-Barré-Syndrom

Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine Erkrankung der Nervenbahnen, die wahrscheinlich durch eine gegen Nervenbestandteile (Ganglioside, Myelin) gerichtete Auto-Immunreaktion ausgelöst wird. Oft sind Kinder betroffen. Auslösende Faktoren sind Infektionen mit bestimmten Erregern (v.a. Viren) und Impfungen. Man unterscheidet eine akute und eine chronische Form. Bei der akuten Form kommt es zu:

•    Anfangs

•    Glieder- und Rückenschmerzen, Parästhesien der Akren
•    Paresen der Beine, proximal betont

•    Später

•    symmetrische Paresen der Muskulatur von Becken, Rumpf und Atemmuskulatur
•    Ausfälle der Hirnnerven (v.a. VII, IX, X)
•    Regulationsstörungen des vegetativen Nervensystems (Atem, Temperatur, Kreislauf, Herzfrequenz)
•    Anurie oder Dysurie

Mikrozephalie

Die Kinder werden mit einem kleinen Kopf (Mikrozephalus) geborenen und haben meist geistige Behinderungen auf Grund einer Fehlbildung des Gehirns.
Die Verbindung zwischen dem Auftreten der Mikrozephalie des Fötus und einer vorherigen Zika-Virus Infektion der schwangeren Mutter ist zur Zeit nur eine unbewiesene Vermutung. Sie wird dadurch gestützt, dass es zu einer starken Häufung von Mikrozephalien bei Neugeborenen seit dem Ausbruch der Zika-Endemie im Jahre 2015 in Lateinamerika gekommen ist. Eine andere Ursache (v.a. die Wirkung eines Medikaments) kann zur Zeit allerdings nicht ganz ausgeschlossen werden.

Autor:

Motto: Medizin ist immer dann am erfolgreichsten, wenn sie den Menschen in seiner Gesamtheit begreift.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Mittlerweile bestehen kaum noch Zweifel an einem Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Mikrozephalie des Fötus und einer vorherigen Zika-Virus Infektion der schwangeren Mutter.
    Die US-Gesundheitsbehörde CDC sieht es als zweifelsfrei bewiesen an, dass Zika-Viren die Schädelfehlbildung Mikrozephalie auslösen können. Grundlage sind die im New England Journal of Medicine veröffentlichten Ergebnisse von Rasmussen et al. im April 2016 (http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMsr1604338?query=featured_home&=&). So konnten die Wissenschaftler das Zika-Virus in Gehirngewebe, der Rückenmarksflüssigkeit und dem Fruchtwasser von Babys mit der Mikrozephalie nachweisen. Diese Ergebnisse legen – laut Aussage der Wissenschaftler – einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Mikrozephalie des Fötus und einer vorherigen Zika-Virus Infektion der schwangeren Mutter nahe.

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  2. Besten Dank für euren klasse Artikel.

    Ich stöbere schon länger auf eurem informativen Blog.

    Und heute musste mich mal ein schnellen Kommentar schreiben .

    Macht genauso weiter, freue mich bereits jetzt schon auf die nächsten Artikel

    Antworten

    • Vielen Dank für das Feedback. Es freut mich, dass Sie Spass beim Lesen haben!

      Beste Grüße,

      S.Prall

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