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Ernährungskonzepte

Individuelle Ernährungskonzepte bei Krebspatienten

Ein besonderes Augenmerk muss bei Krebspatienten auf bestehende oder drohende Mangelernährung und einen damit verbundenen Gewichtsverlust gerichtet werden. Besonders häufig kommt es bei Lungenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und gastrointestinalen Tumoren zu Gewichtsverlust1. Abhängig von der Krebsart und der Therapieform kommt es bei Krebspatienten in 15 % bis 80 % aller Fälle zu Mangelernährung2.

Mangelernährung führt nachweislich zu schlechteren Heilungschancen. Das Auftreten von Gewichtsverlust bereits vor Beginn der Chemotherapie ist nachweislich mit einem schlechteren Gesamtüberleben nach Therapie assoziiert3. Je besser der Ernährungszustand ist, desto effektiver kann eine geeignete onkologische Therapie durchgeführt werden. Für die Wirksamkeit der Chemotherapie spielt es eine zentrale Rolle, dass die Therapieintervalle eingehalten werden. Bei einem guten Ernährungszustand und einem gutem Allgemeinbefinden ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Therapieblöcke eingehalten werden können4-6. So kann die Therapie besser Wirken und Heilungschancen erhöht werden2, 5, 6. Außerdem reduziert ein guter Ernährungszustand die Nebenwirkungen der Chemotherapie4, 7, 8.

Anpassung individueller Ernährungskonzepte an das Therapiestadium

Vor einer onkologischen Therapie geht es vor allem darum tumorbedingten Gewichtsverlust auszugleichen und Nährstoff-Reservoire aufzufüllen. Weil an Krebs erkrankte Menschen oft schon vor Beginn einer Therapie einen Mangel an bestimmten Mikronährstoffen haben1, 4, 7-10, sollten diese labordiagnostisch untersucht werden und versucht werden bestehende Mängel durch natürliche Lebensmittel auszugleichen. Wenn das nicht möglich ist kann zusätzlich eine Versorgung über Nahrungsergänzungsmittel erfolgen. Es ist von Vorteil diese Maßnahmen schon vor Beginn der onkologischen Therapie zu ergreifen.

Während der Therapie ist es wichtig den Status Quo aufrechtzuerhalten und entstehende Makronährstoffdefizite und Mangelernährung soweit wie möglich auszugleichen. Dabei spielt das Management von Nebenwirkungen der onkologischen Therapie eine zentrale Rolle. Zusätzlich muss auf eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen geachtet werden. Hierfür kann auch der Einsatz von Trinknahrung oder künstlichen Ernährungsformen notwendig und sinnvoll sein.

Nach der Therapie ist es häufig notwendig ihren auszehrenden Folgen zu begegnen. Radiotherapie führt nachweislich zu Mangelernährung, Gewichtsabnahme und verringerter täglich Kalorien- und Proteinaufnahme11. Ziel ist es möglichst das vor der Therapie bestehende Normalgewicht zu erreichen. Zudem sollten erneut Mangel an Mikronährstoffen mit Hilfe von Laborparametern untersucht und, wenn nötig, durch natürliche Lebensmittel ausgeglichen werden. Auch kann zusätzlich eine Versorgung durch Nahrungsergänzungsmittel stattfinden.

Für mehr Informationen zum Thema Mangelernährung lesen Sie bitte hier weiter

Literatur

  1. Kumar, N. B. in Nutritional Management of Cancer Treatment Effects 7-41 (Springer-Verlag Berlin, Heidelberg, 2012).
  2. Santarpia, L., Contaldo, F. & Pasanisi, F. Nutritional screening and early treatment of malnutrition in cancer patients. J Cachexia Sarcopenia Muscle 2, 27-35 (2011).
  3. Dewys, W. D. et al. Prognostic effect of weight loss prior to chemotherapy in cancer patients. Eastern Cooperative Oncology Group. Am J Med 69, 491-7 (1980).
  4. Holzhauer, P. & Gröber, U. Checkliste komplementäre Onkologie : 71 Tabellen (Hippokrates Verl., Stuttgart, 2010).
  5. Andreyev, H. J., Norman, A. R., Oates, J. & Cunningham, D. Why do patients with weight loss have a worse outcome when undergoing chemotherapy for gastrointestinal malignancies? Eur J Cancer 34, 503-9 (1998).
  6. Ross, P. J. et al. Do patients with weight loss have a worse outcome when undergoing chemotherapy for lung cancers? Br J Cancer 90, 1905-11 (2004).
  7. Beuth, J. Gesund bleiben nach Krebs (TRIAS Verlag in MVS, Stuttgart, 2006).
  8. Beuth, J. Krebs ganzheitlich behandeln (TRIAS Verlag in MVS, Stuttgart, 2007).
  9. Unger, C. & Weis, J. Onkologie – Unkonventionelle und supportive Therapiestrategien (Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2004).
  10. Kruizenga, H. M. et al. Screening of nutritional status in The Netherlands. Clin Nutr 22, 147-52 (2003).
  11. Mahdavi, R., Faramarzi, E., Mohammad-Zadeh, M., Ghaeammaghami, J. & Jabbari, M. V. Consequences of radiotherapy on nutritional status, dietary intake, serum zinc and copper levels in patients with gastrointestinal tract and head and neck cancer. Saudi Med J 28, 435-40 (2007).