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Künstliche Ernährung

Die zum Teil heftigen Begleiterscheinungen der Tumorerkrankung und Tumortherapie können den Einsatz von Trinknahrung, enteraler oder parentaler Ernährung notwendig machen. Diese künstlichen Ernährungsformen sind sehr sinnvoll und keineswegs als palliative Maßnahme oder als Dauerlösung anzusehen1. Vielmehr können Sie helfen bei Appetitlosigkeit und Nahrungsmittelaversionen eine ausreichende Energieversorgung des Körpers zu gewährleisten. Leider wird eine künstliche Ernährung oft zu spät eingeleitet2, obwohl Sie sehr effektiv und in manchen Fällen dringend notwendig ist, um drohende Mangelernährung zu verhindern und Gewichtsverlust zu begegnen3. Alle Formen der künstlichen Ernährung sind auch problemlos ambulant durchführbar und können zu Hause durch Heimpflegedienste unterstützt werden1.

Enterale Ernährung

Enterale Sonden werden normalerweise im Magen fixiert. Postoperativ kann übergangsweise eine enterale Nasensonde eingesetzt werden4. Bei längerfristigen Kau- und Schluckstörungen ist die Ernährung über eine transkutane Magensonde (PEG) das Mittel der Wahl4. Für die enterale Ernährung stehen eine Vielzahl von Nährlösungen zur Verfügung, die neben Tee auch hochmolekulare, ballaststoffreiche Diäten, Elektrolyte, Spurenelemente und Vitamine enthalten können. Auch die Gabe von Medikamenten ist über enterale Sonden möglich4. Auch kurzfristig kann eine enterale Ernährung zu einer wesentlichen Verbesserung des Ernährungszustands und der Therapietoleranz beitragen1.

Parentale Ernährung

Unter parentaler Ernährung versteht man die direkte Infusion von Nährstofflösungen in den Blutkreislauf. Diese kann auch zusätzlich zur (enteralen) Ernährung als Supportivtherapie eingesetzt werden1. Das Vorliegen von Schleimhautentzündungen, Malabsorption, Übelkeit/Erbrechen, Durchfall, frühzeitigem Sättigungsgefühl und Störungen des Magen-Darm Trakts macht eine parentale Ernährung notwendig1, 4. Es können unter anderem verschiedene Lösungen, wie hypertone Glukoselösungen, Aminosäurengemische, Elektrolytlösungen, Eiweiße, Fettemulsionen, Vitamine und Spurenelemente verabreicht werden. Ist bereits ein zentraler Venenzugang (Port) für die Chemotherapie gelegt, kann dieser auch zur parentalen Ernährung genutzt werden und ist unter Umständen einer enteralen Ernährung vorzuziehen. Eine parentale Ernährung ist kurzfristig auch über periphere Venenkatheter möglich4. Es sind in jedem Fall engmaschige und regelmäßige klinische Untersuchungen und labordiagnostische Kontrollen der Blutwerte notwendig. Die Kosten für eine parentale Ernährung liegen um ein zehnfaches höher als die Kosten für eine enterale Ernährung.

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Literatur

  1. Holzhauer, P. & Gröber, U. Checkliste komplementäre Onkologie : 71 Tabellen (Hippokrates Verl., Stuttgart, 2010).
  2. Violante, G. et al. Adult home parenteral nutrition: a clinical evaluation after a 3-year experience in a Southern European centre. Eur J Clin Nutr 60, 58-61 (2006).
  3. Santarpia, L., Contaldo, F. & Pasanisi, F. Nutritional screening and early treatment of malnutrition in cancer patients. J Cachexia Sarcopenia Muscle 2, 27-35 (2011).
  4. Unger, C. & Weis, J. Onkologie – Unkonventionelle und supportive Therapiestrategien (Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2004).