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Mikronährstoffdefizite

Mikronährstoffdefizite und erhöhter Bedarf bei Krebs

Krebspatienten haben oft Mikronährstoffdefizite und einen erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen. Die meisten Krebspatienten verlieren während Ihrer Erkrankung an Gewicht. Die Gründe hierfür liegen an der Krebserkrankung selbst, der Krebsbehandlung und an den Symptomen der Krebserkrankung, die zu Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme oder Nahrungsverwertung führt. Die gemeinsame Folge dieser Ursachen ist eine Mangelernährung, die nicht nur zu einer Unterversorgung an Energieliefernden Makronährstoffen, sondern auch zur Unterversorgung an Mikronährstoffen führen kann.

Da Makronährstoffe die natürlichen Träger der Mikronährstoffe sind, führen Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme unweigerlich zu einem Mangel an Mikronährstoffen. Zudem weisen Krebspatienten häufig bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Mikronährstoffdefizite auf. Symptome der zu Grunde liegenden Erkrankung wie Anorexie, Depressionen, Schmerzen, frühes Sättigungsgefühl oder Fatique führen oft zu verringerter Nahrungsaufnahme und Appetitlosigkeit.

Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie wie Erbrechen, Durchfall, Anorexie, Kachexie und damit verbundene Appetitlosigkeit und Nahrungsmittelaversionen können zu einer weiteren Unterversorgung an Mikronährstoffen führen. Zudem führen therapieinduzierte Schleimhautschäden zu einer verringerten Nährstoffresorption. Auch Fistelbildung in der Speiseröhre, trockener Mund, Geschmacks- und Geruchsstörungen, sowie generelle Schluckschwierigkeiten können als therapiebedingte Nebenwirkungen auftreten. Dadurch nehmen Patienten während der Chemo- und Strahlentherapie zum Teil wochenlang weniger als die Hälfte ihres Bedarfs an (Mikro-)Nährstoffen auf.

Kritische Mikronährstoffe bei Tumorpatienten – Orale Supplementierung

Krebspatienten haben einen erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen und zusätzlich Tumor- bzw. Therapiebedingte Mikronährstoffdefizite. Mikronährstoffe werden umgangssprachlich oft als Vitalstoffe bezeichnet. Mikronährstoffdefizite können die Effizienz der Krebstherapie negativ beeinflussen und das Risiko von negativen Begleiterscheinungen erhöhen. Deshalb sollte bei Krebspatienten neben einer angepassten Ernährungstherapie ein gezielter Einsatz von Mikronährstoffen erfolgen.

Besonders kritisch ist die Versorgung mit Mikronährstoffen die eine geringe Speicherkapazität besitzen (Folsäure, Vitamin C, Vitamin K) und mit antioxidativ wirkenden Mikronährstoffen (L-Carnitin, Selen, Vitamin D). Der Einsatz von Eisen kann das Auftreten von Anämien verhindern. Zinkmangel wird bei Krebspatienten mit Blutungen und einer reduzierten lytischen Aktivität der natürlichen Killerzellen, die wichtig für das Immunsystem sind, in Verbindung gebracht. Es ist zudem bekannt, dass es als Begleiterscheinung einer Cisplatin-basierten Chemotherapie zu schwerem Magnesiummangel kommen kann.

Anders als früher angenommen hat der Einsatz diätischer Antioxidantien keine negativen Effekte auf die Wirkung von Zytostatika und kann die Wirkung bestimmter Zytostatika auf Tumorzellen zum Teil sogar steigern. Zudem hat die orale Supplementierung bestimmter Antioxidantien vor, während und nach der Chemo- und Strahlentherapie eine deutlich verbesserte Verträglichkeit durch die Reduzierung von Nebenwirkungen zur Folge. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass eine Supplementierung von antioxidativ wirkenden Mikronährstoffen (L-Carnitin, Selen, Vitamin D) positive Auswirkungen auf die Wirksamkeit konventioneller Therapien hat und ihre Nebenwirkungen reduzieren kann. Die orale Supplementierung bestimmter Antioxidantien erhöht die Sensitivität mancher Tumorzellen, während sie die toxischen Effekte auf gesunde Zellen abschwächt.

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