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Kachexie-Syndrom

Bei Krebspatienten kann es zu Änderungen des Stoffwechsels kommen, die verbunden mit Appetitlosigkeit (Anorexie) zu einer Mangelernährung und zum Auftreten des Kachexie-Syndrom führen. Nebenwirkungen der onkologischen Therapie können diese Mangelernährung weiter verschärfen, so dass es zu einem Gewichtsverlust kommt. Schreitet dieser Gewichtsverlust fort, kann das zu einer schweren Unterernährung (Kachexie) führen.

Kachexie ist ein komplexes, multifaktorielles Syndrom. Das Kachexie-Syndrom ist verbunden mit einem fortschreitendem Gewichtsverlust, der durch Ernährungsmaßnahmen allein nicht vollständig umgekehrt werden kann. Dieser Gewichtsverlust betrifft bei Krebspatienten vor allem das Skelettmuskelgewebe, wobei zusätzlich auch Fettgewebe abgebaut wird. Neben der Aktivierung des inflammatorischen und endokrinen Systems, spielen erhöhter Eiweißabbau, Fettabbau, Appetitmangel, sowie eine verringerte Nahrungsaufnahme der Organe eine Rolle.

Etwa die Hälfte aller Krebspatienten entwickelt im Verlauf ihrer Krebserkrankung ein Kachexie-Syndrom. Besonders häufig kommt das Kachexie-Syndrom bei gastrointestinalen Tumoren und Bauchspeicheldrüsenkrebs (80%) vor. Die Hälfte der Patienten mit Lungen-, Prostata- oder Darm-Krebs und etwa 40% aller Brustkrebspatientinnen entwickeln im Verlauf Ihrer Erkrankung ein Kachexie-Syndrom. Man geht davon aus, dass bis zu 30% aller Krebspatienten ursächlich an einer Kachexie versterben.

Das Kachexie-Syndrom bleibt viel zu häufig unbehandelt und wird generell von der Schulmedizin unterschätzt. Die Kachexie hat nachweislich negative Auswirkungen auf das Wirken der onkologischen Therapie und führt zu deutlich schlechteren Überlebensraten. Zur Zeit ist die einzige Möglichkeit eine entstandenes Kachexie-Syndrom tatsächlich zu revertieren die Heilung der zugrundeliegenden Krebserkrankung. Das wirksamste Mittel zur Verhinderung von Kachexie ist die Prävention von Mangelernährung und Gewichtsverlust durch individuelle Ernährungskonzepte.

Ernährungstherapien für Patienten mit bestehendem Kachexie-Syndrom haben als realistisches Ziel eine Gewichtsstabilisierung. Hierfür werden Substanzen die den Appetit stimulieren eingesetzt, wie z. B. Progesteron-Derivate, Omega-3 Fettsäuren oder Ghrelin. Ob die Kombination mehrerer Substanzen und Maßnahmen zukünftig in der Lage sein wird das Kachexie-Syndrom bei Krebspatienten effektiv zu behandeln oder ob es möglich ist die Entstehung einer Kachexie im vorhinein zu vermeiden, müssen zukünftige, multimodale Studien zeigen.

Für mehr Informationen zum Thema Mikronährstoffe lesen Sie bitte hier weiter.

Für detaillierte Informationen zum Thema Ernährungskonzepte Individuelle Ernährungskonzepte bei Krebspatienten lesen Sie bitte hier weiter.