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Senkung des Krebsrisikos bei hohen Vitamin D-Blutwerten

Senkung des generellen Krebsrisikos um mehr als 65 % bei hohen Vitamin D-Blutwerten

Der Zusammenhang zwischen einem ausreichendem Vitamin D Status (Vitamin D-Blutwerten) und einem geringeren Krebsrisiko bzw. geringerer Krebsmortalität ist seit etwa 2007 bekannt (siehe auch hier). Eine neue Studie aus April 2016 von McDonnell et al. unterstützt diese These mit Daten, die zeigen, dass durch noch höhere Vitamin D-Blutwerte eine weitere Reduktion des Krebsrisikos um 65 % erreicht werden kann1.

Vitamin D Mangel und Krebs

Von Vitamin D Mangel spricht man bei Vitamin D-Blutwerten unter <50 nmol/L2. Für einige Krebsarten konnte bereits gezeigt werden dass, das Risiko eine Krebserkrankung zu entwickeln ist bei Vitamin D Mangel deutlich erhöht ist. Das gilt für Prostatakrebs (75% höher), Brustkrebs (55 % höher),  Darmkrebs (50 % höher) und Bauchspeicheldrüsenkrebs (29 % höher). In der neuen Studie konnte gezeigt werden, dass das generelle Krebsrisiko bei Vitamin D-Blutwerten über >100 nmol/l um mehr als >65 % geringer ist als bei Werten unter <50 nmol/l1.

Weltweiter Vitamin D Mangel

Aufgrund des gewandelten Lebensstils, des Computerzeitalters und der teilweise hohen Luftverschmutzung in Großstädten, halten sich viele Menschen nicht mehr lange genug im Freien auf, um über die Haut ausreichend Vitamin D bilden zu können. Weltweit sind 30-50% aller Menschen von einer Unterversorgung mit Vitamin D gefährdet3, 4, manche Experten sprechen deshalb von einer weltweit verbreiteten Unterversorgung mit Vitamin D3, 5-7. Deshalb sollte die Empfehlung der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Vitamin D-Blutwerte von mehr als >50 nmol/l als ausreichend ansieht neu überdacht werden. Führende Wissenschaftler halten Vitamin D-Blutwerte von 75-150 nmol/l für eine optimale Vitamin D Versorgung für notwendig6-10. Die neuen Erkenntnisse der vorliegenden Studie aus dem Jahr 20161 unterstützt diese Ansicht, zumal eine toxische Wirkung von Vitamin D erst bei deutlich höheren Werten über >450 nmo/l zu erwarten ist2, 3, 6, 8, 11, 12.

Vitamin D Supplementierung

Deshalb ist eine generelle Vitamin D Supplementierung sinnvoll7 und vor dem Hintergrund der neuen Daten1 sogar notwendig. Liegt eine deutliche Vitamin D Unterversorgung (<75 nmol/l) vor, können bei Kindern bis zu 4.000 IE und bei Erwachsenen bis zu 10.000 IE pro Tag notwendig sein. Bei schwerem Vitamin D Mangel könnten auch bis zu 50.000 IE Vitamin D pro Tag verabreicht werden2.

Vor, während und nach einer Vitamin D Supplementierung sollten Blutserumwerte von Calcidiol (25-OH-D) regelmäßig überprüft werden. Bei Vorliegen einer Indikation ist auch die regelmäßige Messung des Calciumspiegels sinnvoll2. Es ist wichtig während der Vitamin D Gabe nicht gleichzeitig (große Mengen) Calcium zu supplementieren, da es zur Bildung von Nierensteinen kommen kann und negative kardiovaskuläre Effekte auftreten können13. Außerdem hat die Gabe von Calcium keine positiven Effekte auf die Gesundheit, wenn der Vitamin D Status bereits ausreichend ist13.

Literatur

  1. McDonnell, S. L. et al. Serum 25-Hydroxyvitamin D Concentrations >/=40 ng/ml Are Associated with >65% Lower Cancer Risk: Pooled Analysis of Randomized Trial and Prospective Cohort Study. PLoS One 11, e0152441.
  2. Holick, M. F. et al. Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab 96, 1911-30 (2011).
  3. Holick, M. F. & Chen, T. C. Vitamin D deficiency: a worldwide problem with health consequences. Am J Clin Nutr 87, 1080S-6S (2008).
  4. Hilger, J. et al. A systematic review of vitamin D status in populations worldwide. Br J Nutr 111, 23-45 (2014).
  5. Troesch, B., Hoeft, B., McBurney, M., Eggersdorfer, M. & Weber, P. Dietary surveys indicate vitamin intakes below recommendations are common in representative Western countries. Br J Nutr 108, 692-8 (2012).
  6. Gorham, E. D. et al. Optimal vitamin D status for colorectal cancer prevention: a quantitative meta analysis. Am J Prev Med 32, 210-6 (2007).
  7. Ginde, A. A., Liu, M. C. & Camargo, C. A., Jr. Demographic differences and trends of vitamin D insufficiency in the US population, 1988-2004. Arch Intern Med 169, 626-32 (2009).
  8. Gröber, U., Spitz, J., Reichrath, J., Kisters, K. & Holick, M. F. Vitamin D: Update 2013: From rickets prophylaxis to general preventive healthcare. Dermatoendocrinol 5, 331-47 (2013).
  9. Gröber, U. et al. Komplementärer Einsatz von Antioxidanzien und Mikronährstoffen in der Onkologie – Update 2013. Der Onkologe 19, 136-143 (2013).
  10. Heaney, R. P. Vitamin D in health and disease. Clin J Am Soc Nephrol 3, 1535-41 (2008).
  11. Hathcock, J. N., Shao, A., Vieth, R. & Heaney, R. Risk assessment for vitamin D. Am J Clin Nutr 85, 6-18 (2007).
  12. Jones, G. Pharmacokinetics of vitamin D toxicity. Am J Clin Nutr 88, 582S-586S (2008).
  13. Balvers, M. G. et al. Recommended intakes of vitamin D to optimise health, associated circulating 25-hydroxyvitamin D concentrations, and dosing regimens to treat deficiency: workshop report and overview of current literature. J Nutr Sci 4, e23 (2015).

13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank für Ihren tollen Beitrag.

    Ich stöbere bereits seit Längerem auf Ihrem interessanten Blog.
    Und jetzt musste mich mal einen schnellen Kommentar da lassen und ein “Danke” hinterlassen.

    Machen Sie genauso weiter, freue mich bereits jetzt schon auf die
    nächsten Beiträge

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    • Vielen Dank für das Feedback. Es freut mich, dass Sie Spass beim Lesen haben!

      Beste Grüße,

      S.Prall

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  2. Sehr informative Seite die sie betreiben mit sehr guten Ansätzen von denen sich fast alle allgemein Mediziner eine Scheibe abschneiden sollten.
    Die Schlussfolgerungen zur Epigenitik sind stimmig und in der Quellen Angabe sehe ich, das sie die richtigen Studien zum Erkenntnis Gewinn herangezogen haben.
    Schade, daß ihre Seite nicht einen größeren Bekanntheitsgrad hat.

    Ich werde sie auf jeden Fall an alle interessierten weiter empfehlen.

    Antworten

    • Sehr geehrter Herr Spaltenberger,

      vielen Dank für Ihren Kommentar! Es freut mich, dass Sie Krebs-Info.eu informativ finden. Ich finde es toll wenn Sie Krebs-Info.eu weiter empfehlen.

      Liebe Grüße,

      Sebastian Prall

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  3. Mir ist bei all den Empfehlungen zur Dosierung von Vitamin D sowohl bei den amerikanischen als auch den deutschen Stellen aufgefallen ,daß nicht nur sehr vorsichtig, sondern geradezu fahrlässig wenig Vitamin D als notwendig erachtet wird.
    Der Körper verbraucht durch die Umwandlung in die verschiedenen Formen und letztendlich durch die Verarbeitung in den Zellen immer einen Teil des Vitamins. Dieser Verbrauch muss meines Erachtens zeitnah aufgefüllt werden.
    Wenn ich von einer Verlust Rate von 0,83 Prozent Punkten bei einem gesunden Organismus und bei 1,5 Prozent bei einem belasteten Körper ausgehe kann ich mit Dosierungen wie sie zum Beispiel die DGE empfiehlt ( dazu noch Gewichts unabhängig)
    eigentlich nur den Mangel verwalten.

    Das ist berechtigterweise auch bei vielen Studien zu Vitamin D der Kritikpunkt,
    daß die Eingangserhebung des 25OHD Status bei den Studien Teilnehmern nicht gemacht wird

    und das mit nicht ausreichenden Dosierungen gearbeitet wird.

    Dann als Ergebnis zu verkünden Vitamin D hilft nicht bei der Krankheit X finde ich schon ziemlich dreist.
    Gut vielleicht sind solche Ergebnisse manchmal auch erwünscht.
    Kommt immer darauf an, wer die Studie finanziert und ein berechtigtes Interesse an dem Verlauf und dem Fazit hat.

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    • Das Verwirrspiel mit den internationalen Einheiten trägt natürlich auch noch zur Verunsicherung der Menschen bei

      1000 I.E. hört sich nach viel an bedeutet jedoch wenn man es umrechnet 0,025 Milligramm

      Mehr werden sie in einer deutschen Arzt Praxis selten auf Rezept erhalten
      Es sei denn die Osteoporose ist bereits in einem klinischen Stadium

      Das ist bis jetzt die einzige Indikation die von der Krankenkasse akzeptiert wird um zum Beispiel Dekristol auf Rezept zu erhalten.
      Traurig aber wahr

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      • Lieber Herr Spaltenberger,

        das klingt – mit Verlaub – etwas sehr polemisch und entspricht auch nicht ganz den Tatsachen.

        Das internationale Einheiten (I.E.) System suggeriert tatsächlich sehr hohe Werte. 1000 I.E pro Tag reichen lediglich als Erhaltungsdosis bei Personen mit ausreichend hohem Vitamin D Blutwert. Zur Anhebung des Vitamin D Spiegels sind deutlich höhere Dosen notwendig, aber:

        VERSCHREIBEN tun in Deutschland nur die Ärzte und BEZAHLEN müssen wir unsere Medikamente i.d.R. selbst, es sei denn wir sind chronisch krank.

        Die meisten Hausärzte verschreiben Dekristol 20.000 I.E. wenn tatsächlich ein Vitamin D Mangel im Blut bestimmt wurde und manche eben auch zur Einnahme der Erhaltungsdosis (alle 1-2 Wochen).

        Vitamin D ist in Deutschland erst ab 2000 I.E: verschreibungspflichtig, darunter bekommen Sie es in der Apotheke ohne Rezept und mittlerweile auch in den meisten Drogerien. Dort gibt es jetzt sogar höher dosierte „Wochentabletten“.

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  4. Ebenso traurig ist das für alles mögliche von Seiten der Krankenkassen Geld ausgegeben wird,
    jedoch der 25 OH D Test eine Igel Leistung darstellt, die der Patient selbst mit ca. 35€ selbst bezahlen muss.
    Wieviel ließe sich einsparen wenn diese Erhebung Teil des Gesundheitskonzeptes der Kassen wäre und nicht erst Mangel und Krankheit den Versicherungsfall auslösen würde?

    Doch solange Ärzte Pro Quartal Sechs Euro für Blutuntersuchungen aufwenden dürfen und alles was darüber hinaus geht von ihrem Honorar abgezogen werden kann,

    Genau so lange ändert sich nichts.

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    • Es stimmt, der Vitamin D Bluttest wird von den KK nicht bezahlt und das ist nicht sonderlich klug. Auch ich sehe dort einiges an Einsparpotential (Folgekosten).

      Der Vitamin D Bluttest kostet meist um die 20-25 Euro, das hängt natürlich vom Labor ab und ist immernoch eine Menge Geld.

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  5. ich wollte Ihnen persönlich ein Dankeschön aussprechen für das Zusammenfassen der Informationen zum Zusammenhang von Krebs und Vitamin D mit den Verweisen auf Studien.
    Prof. Dr. Jörg Spitz versucht ebenfalls den Mangel darzulegen, um die Bevölkerung wach zu rütteln. (Er ist auf Youtube https://www.youtube.com/watch?v=yQ1QB_gGadM großartig)
    Ein Prof. Coimbra in Brasilien bekämpft/stoppt degenerative Autoimmunkrankheiten mit recht hohen Dosen Vitamin D3 (Behandlung unter dem Namen „Coimbra Protokol“); z.B. haben MS Medikamente Kosten von 20, 30 Tausend €/Jahr und haben tolle Nebenwirkungen.
    Ich habe leider persönlich Erfahrung mit Allergien angesammelt, Heuschnupfen, kreisrunder Haarausfall, Multiple Sklerose; hübsche MRT-Bilder, doch dank Vitamin D (10.000i.E. täglich) wird das Feuerwerk in den Bildern gelöscht.
    Predigen Sie weiter, Ihre Arbeit ist sehr nützlich.

    Dankeschön

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    • Toller Tip sich mehr Videos von Herrn Prof. Spitz anzusehen. Er ist eine Koryphäe und erklärt die Zusammenhänge auf eine einzigartige Art.
      Danke für Ihren informativen Kommentar!

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